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JUNE NEST
AKTUELL
PAU HOFF
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AKTUELL
  • von Mareike Fallwickl

    Bühnenfassung von Jorinde Dröse und Johanna Vater

    Was, wenn eine Mutter das Unvorstellbare tut: Einfach verschwindet und drei Kinder zurück – im Stich! – lässt? Wer füllt dann dieses Vakuum?
    In Mareike Fallwickls Besteller findet sich nach Helenes Suizid ihre kinderlose beste Freundin Sarah überraschend in der Rolle der Fürsorgenden wieder. Warum fühlt sie, die doch gar keine Erziehungserfahrung hat, sich verantwortlich für die Berge von Kinderkleidung, die gewaschen, Kindergeburtstage, die geplant und Tränen, die getrocknet werden müssen?
    Auf der Suche nach jenen Momenten, die Helene so erschöpft haben, findet auch Sarah immer wieder Muster ihrer weiblichen Prägung, die sie dazu bringen, Aufgaben zu übernehmen, die auch andere erledigen könnten – zum Beispiel der Kindsvater Johannes. Doch auch der scheint in seiner Rolle des hilflosen, passiven Vaters gefangen. Sarahs Partner Leon hingegen weicht Sarahs Kinderwunsch regelmäßig aus und lässt sie mit der Auseinandersetzung um eine gemeinsame Elternschaft alleine.
    Von jenen gesellschaftlichen Erwartungen, an denen Helene zerbrochen ist und auch Sarah verzweifelt, versucht sich Helenes Teenager-Tochter Lola mit aller Macht loszureißen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sunny verbündet sie sich mit Alva und Femme, die sie im Boxclub kennenlernt, um physische und emotionale Kraft zu schöpfen, um dem Patriarchat nicht nur die Stirn zu bieten, sondern auch die Faust.

    Regie: Hannah Koppermann
    Link hier.

  • Nach dem Roman von Alan Lightman

    Ohne sie ist alles nichts. Man kann sie verschenken oder verlieren, aber aufhalten lässt sie sich nicht. Sie ist wie ein Fluss, in dem alles fließt und nichts bleibt, weil es verrinnt, vergeht, verfliegt. Sie bringt eine chronologische Ordnung in die Ereignisse der Welt, schafft ein Vorher und Nachher, ein Heute, Gestern und Morgen. Die Zeit.
    Jahrhundertelang glaubte man, es gäbe eine absolute Zeit, die unabänderlich und unaufhaltsam für alle und alles gilt. Doch wenn die Zeit relativ ist, wovon wir heute ausgehen, wie können wir sie dann begreifen? Gab es vor dem Urknall bereits Zeit? Wie viele Dimensionen gibt es? Und was wäre, wenn die Zeit sich unendlich wiederholen würde? Wenn sie rückwärts laufen, sich spiralförmig drehen, zu einem plötzlichen Ende finden oder sogar gar nicht existieren würde? Auf der Grundlage des internationalen Bestsellers »Und immer wieder die Zeit. Einstein’s Dreams« des US-amerikanischen Astrophysikers und Romanautors Alan Lightman, taucht Regisseurin Milena Paulovics gemeinsam mit unserem Schauspielensemble spielerisch ein in die Welt dieser so poetischen wie faszinierenden Gedankenspiele.

    Regie: Milena Paulovics
    Link hier.

  • Von Rhea Leman

    Die für ihre Gedanken zum Aufstieg des Totalitarismus weltberühmt gewordene Hannah Arendt kehrt 1975 nach Europa zurück, um einen Preis für ihren »Beitrag zur europäischen Zivilisation« entgegenzunehmen. Während sie in ihrem Hotelzimmer in Kopenhagen an jener Rede schreibt, die ihre letzte sein wird, ziehen Geister einer Vergangenheit auf, die bis tief in die Gegenwart wirken. Ihr geliebter, bereits verstorbener Ehemann Heinrich Blücher erinnert sich gemeinsam mit der jüdischen Philosophin: an ihre Verhaftung durch die Nazis in Deutschland; ihre Flucht nach Paris, wo sie nach Einmarsch der Deutschen in einem Frauenlager interniert wurde; wie sie von dort entkommen konnte; die beiden sich durch Zufall wiederfanden und für die bereits mauernde USA schließlich doch noch ein Visum ergattern konnten. Aber auch ein hämischer Adolf Eichmann sucht die politische Theoretikerin immer wieder albtraumartig heim. In aufwühlenden Gesprächen ringt Arendt auch damit, was ihr wohl umstrittenstes Werk »Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen« für sie persönlich bedeutet.
    In dem zeitgenössischen Stück zeichnet Rhea Leman das komplexe Porträt einer der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, die trotz Staatenlosigkeit und Flucht die Hoffnung nicht aufgab.

    Regie: Konstanze Kappenstein
    Link hier.


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